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Hypnos und Tyr in Norwegen
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Tag 7 - Olavskrossen
Dafür sollte dann der heutige Tag der werden, der mich die meisten Nerven kosten würde. Wir wollen die Klosterinsel
Selje besichtigen, die nur mit Hilfe eines Bootes erreicht werden kann. In dieser Jahreszeit auch nur einmal pro
Woche. Deshalb habe ich extra von Deutschland aus Plätze reserviert. Um 10 Uhr morgens sollte die Abfahrt am Kai in
Selje sein und wir hatten etwa 200 km zu fahren. Aber die Insel klang so interessant, daß wir es auf jeden Fall machen
wollten. Um von Juv nach Selje zu kommen, gibt es zwei Möglichkeiten: Den kurzen Weg mit Fähre über den Fjord
oder den langen außen um den Fjord herum. Ich war ja für außen rum, aber die anderen wollten alle mit der Fähre fahren, weil
das viel kürzer ist. Leider wußten wir nicht, wann die Fähre abfährt. |
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Wir stehen also sehr früh auf, damit wir um 7:00 Uhr morgens losfahren können. Natürlich wird getrödelt ohne Ende und wir
fahren erst um 7:15 Uhr los, was dazu führt, daß wir der Fähre nur noch zuwinken können. Die nächste fährt erst in einer
Stunde. Super. So sitzen wir am Kai fest und müssen warten…denn um außen rum zu fahren ist es jetzt auch viel zu spät.
Endlich auf der anderen Seite angekommen, darf ich dann wieder fahren. Von der wunderschönen Landschaft, durch die wir fahren
bekomme ich nichts mit. Ich kann mich später nicht einmal mehr an die Strecke erinnern, die wir gefahren sind.
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Ich fahre die ganze Zeit viel zu schnell und achte nur auf mögliche Polizeiautos und Blitzer, denn zu schnell fahren ist in
Norwegen verdammt teuer. Natürlich haben wir noch einige Baustellen unterwegs und ich schaffe es irgendwie, die verlorene
Stunde aufzuholen, so daß wir 2 Minuten nach 10:00 Uhr am Kai parken – und gerade noch sehen, wie unser Schiff den Hafen
verläßt… Klasse. Norweger sind pünktlicher als pünktlich und können nichtmal 2 Minuten warten. Alternativ sehen wir uns den
häßlichen, verdreckten Strand des Ortes und die beeindruckende Küstenlandschaft an.
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Damit wir nicht völlig umsonst den weiten Weg gemacht haben, beschließen wir, uns das Olavskreuz und das
Westkap anzusehen, die beide in der Nähe liegen.
Zunächst fahren wir zum Olavskrossen (Olavskreuz), das zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu Ehren König Olav Tryggvasons,
der Norwegen christianisierte, aufgestellt wurde. Olav Tryggvason ist der Nationalheilige Norwegens und liegt im Niddarosdom
in Trondheim begraben. Er wird wegen seiner Verdienste um das Christentum verehrt, wird heute wegen seiner brachialen
und grausamen Methoden aber auch zunehmend kritisch betrachtet. In der Nähe des Olavskreuzes befindet sich ein kleines
Freilichttheater, in dem gerade Proben stattfinden. Soviel ich verstehen kann, geht es auch in dem Stück um Olav Tryggvason.
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Olavskrossen und Freilichttheater befinden sich auf dem Dragseidet, einer Landenge. Hier zogen die Wikinger
ihre Schiffe über Land, um die gefährliche Fahrt in der stürmischen See um die Landzunge zu vermeiden. Die alte Route ist
heute noch als Fußweg erhalten.
Da wir nun nur noch 15 km vom Vestkapp entfernt sind, beschließen wir, auch dieses noch zu besuchen, wenn wir schon
mal da sind. Das Vestkapp, der westlichste Punkt Norwegens, liegt auf über 400 m Höhe und überall wird die
atemberaubende Aussicht von dort oben beschrieben. Als wir ankommen, ist der Aussichtspunkt jedoch in dichten Nebel gehüllt
und man kann mit Mühe und Not ein paar vorgelagerte Inselchen erkennen. Außerdem ist es dort oben ganz schön windig und kalt
und außer einem Restaurant mit angeschlossenem Andenkenladen gibt es dort nicht viel zu sehen. Daher bleiben wir hier nicht
lange und fahren wieder nach Hause. |
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Auf dem Rückweg können wir natürlich – Murphys law – gleich auf die Fähre fahren und müssen nur noch warten, bis sie
losfährt. Den Rest dieses anstrengenden Tages verbringen wir dann faulenzend in unserer Hütte oder am Innvikfjord. |
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