Hypnos und Tyr in Norwegen
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Tag 2 – Norsk Bremuseum






Als wir am nächsten Tag aufwachen, gießt es wie aus Kübeln. Und es sieht nicht so aus, als ob sich das im Laufe des Tages bessern würde. Daher beschließen wir, uns heute kulturell weiterzubilden und ein Museum zu besuchen. Die Wahl fällt auf das Norsk Bremuseum (Norwegisches Gletschermuseum) in Fjærland. Dieses Dorf ist erst seit 1986, ermöglicht durch den Fjærlandtunnel, auch über Straßen zu erreichen. Zuvor konnte man den Ort nur per Schiff über den Fjærlandfjord erreichen. Das Museum selbst ist klein, aber fein. Alle Beschriftungen sind dreisprachig gehalten: Englisch, Deutsch und natürlich Norwegisch. Zu sehen gibt es alles, was irgendwie mit Gletschern zu tun hat. Man kann sich einen Film über Gletscher ansehen und allerlei Interessantes lesen.

Unter anderem gibt es viele Information zu Dingen (und Personen), die im Gletscher verschwunden sind nach einer gewissen Zeit wieder auftauchen. So gibt es z.B. ausführliche Information zu „Ötzi“, dem Mann aus dem Eis. Unglaublich, da war man schon wenige km vom Fundort der berühmten Gletschermumie unterwegs, und hier in Norwegen, mehrere tausend Kilometer entfernt, findet man dann eine Ausstellung in einem kleinen Dorfmuseum. Außerdem erfährt man viel Wissenswertes über die Entstehung von Gletschern, die Bedeutung der Gletscherflüsse für die Bewohner der umliegenden Gegenden sowie die historische und heutige Nutzung der Gletscher. Es sind Kleidungsstücke von heutigen und früheren Berg- und Gletscherführern zu sehen und als besonderes Highlight der Stoßzahn eines Mammuts.

Aber in diesem speziellen Museum kann man nicht nur Lesen und Betrachten, man kann auch selber aktiv werden. So kann man durch einen Gletschernachbau wandern, in dem sogar die Geräusche, die das sich bewegende Eis verursacht, eingespielt werden. Außerdem kann man verschiedene Versuche mit echtem, über 1000 Jahre altem Gletschereis und Gletscherflußsedimenten machen. Hypnos hat ein besonderes Erfolgserlebnis, als er es schafft, mit einem Fahrrad mehr Eis zu schmelzen als jeder der „etwas rundlichen“ Amerikaner, die mit ihrer Gruppe plötzlich das Museum überfluten, so daß es auf einmal gar nicht mehr so lustig ist. Selbstverständlich gibt es auch noch jede Menge kitschige norwegische Souvenirs und wunderschöne Postkarten zu kaufen. Letzteres Angebot nutzen wir natürlich aus.

So haben wir auch noch was zu tun an diesem regnerischen Tag. Leider fahren wir danach nicht nach Fjærland selbst, sondern direkt wieder nach Hause. Auf dem Rückweg sehen wir dann unseren ersten Gletscher, den Bøyabreen und sein blau schimmerndes Eis. Immer wieder ein Erlebnis sind auch die Fahrten durch die mehrere Kilometer langen Tunnel, die entweder von sich aus sehr schmal, oder durch Baustellen verschmälert und zudem noch schlecht beleuchtet sind.

Den Rest des Tages verbringen wir, wie schon gestern, ganz gemütlich in unserer Hütte.







Bericht: Tyr
Photos: Tyr