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KaosKrew::Konzertbericht:: The Darkest Tour













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04.12.2008 Saarbrücken, Garage:


The Darkest Tour:
CRADLE OF FILTH
GORGOROTH
MOONSPELL
SEPTIC FLESH
ASRAI


Am vierten Dezember sollte es schwarz werden in der Saarbrücker Ford Garage, denn die Darkest Tour legte hier einen Zwischenstop ein. Die Darkest Tour ist ein anderer Name für das durch Europa tourende Filthfest, dass, wie der Name es schon ankündigt, von den Briten Cradle of Filth angeführt wird. Der allgemeine Tenor vor und auch während des Konzertes war die große Frage, was bitte der Zusammenhang zwischen diesen Bands sein soll... und das einzige, was am Abend des Konzertes als Gemeinsamkeit auffällt, ist wohl der gemeinsame Hang zum Satanismus. Teils als Einstellung nach außen getragen, teils als reines Showelement. Schade, dass wir letzte Woche nicht über das Metalfest berichten konnten, wo Morbid Angel Headliner waren (uns wurde die Erlaubnis nicht erteilt :( ). Damals war eine gewisse Frau Jenal (na, wer kennt sie noch?) wieder aus der Versenkung aufgetaucht und wetterte in der Saarbrücker Zeitung gegen die Hasspredigten eines David Vincent. Heute Abend hätte sie sicherlich noch mehr 'Spaß' gehabt und wäre beim Anblick der Bühnenshow von Gorgoroth vermutlich in Ohnmacht gefallen.

Den Abend eröffnen sollten die Niederländer von Asrai, die einen passablen Gothic Metal spielen, wenn man mal von den fiesen Gesangseinlagen der Sängerin absieht. Aber dass Holländerinnen Glas zerspringen lassen können wissen wir ja spätestens seit Within Temptation... Wohlgemerkt, eröffnet wird der Abend bereits um 1800, nicht wie auf der Website der Garage zu lesen war um 2000, was sich zum einem in einem spürbar kleinen Publikum auswirkt und zum anderen sehr viele Besucher extrem verärgert. Der südländische Block des Bandrepertoires ist nämlich der insgeheime Headliner des Abends und viele Fans wären nur wegen Septic Flesh und Moonspell gekommen, wenn sie denn, wie angekündigt, erst nach 2000 gespielt hätten. Aber Pustekuchen, an einem Donnerstag muss man schon länger vorausplanen, wenn man früh genug anwesend sein will. Und das ist schwer möglich, wenn man erst wenige Stunden vor dem Konzert über die private Schiene erfährt, dass das Event bereits 2 Stunden früher beginnt. Sehr ärgerlich und wie der Saarländer eben sagen würde, dumm gelaaf...

Jetzt aber zurück zum Thema Südländer, denn als Zweites betraten die Griechen Septic Flesh die Bühne und hatten knappe 25 Minuten Zeit das Publikum auf die dunkle Seite zu ziehen. Im Sommer waren sie bereits im Roxy zu sehen, als Vorgruppe von Vader (wir berichteten), und hatten dabei deutlich mehr Zeit und vor allem einen besseren Sound. Zu Überzeugen wußten sie allerdings trotz der Widrigkeiten auch in der Garage vor dünnem Publikum. Wer konnte war extra wegen Septic Flesh früh gekommen und wer die Griechen noch nicht kannte wurde schnell von der Begeisterung mitgerissen, denn Sänger und Bassist Seth Siro Anton injezierte mittels seiner tiefen Growls wieder schwärzeste Dunkelheit in die Seelen der Anwesenden. Die Zeit reichte gerade für einen Teil des neuen Albums, aber Songs wie Lovecrafts Death, Anubis und vor allem der Titelsong Communion sprechen für sich!

Nach viel zu kurzer Spielzeit der Griechen ging die Reise weiter nach Portugal, einem Land, dass für den Export hochkarätiger Metalbands ja berühmt ist (Ironie, ik hör dir trapsen...). Spätestens jetzt sollte aber klar sein, wer die Bühne betreten sollte, denn Moonspell sind wohl die einzigen wirklich bekannten, wenn auch nicht einzigen, Vertreter des lusitanischen Metals. Nachdem sich Sänger Fernando beim Soundcheck mit seinen deutschen Zählkünsten bereits Punkte sichern konnte ging der Auftritt von Moonspell erst sperrig los, denn zwar ist das neue Album der Portugiesen Night Eternal wieder deutlich härter als die letzten Werke, aber der Funke sprang, zumindest in der live vorgetragenen Form, noch nicht direkt über. Als Fernando dann aber ankündigte eine kleine Zeitreise zu den alten Alben zu unternehmen brach der Jubel im Publikum aus und die Stimmung begann zu kochen, denn mit Opium gab es den wohl so ziemlich berühmtesten Song der ehemaligen Gothic-Doom Meister auf die Ohren.

Jetzt wurde die Leinwand hinter den Musikern auch richtig interessant, denn per Beamer wurden passend zu den Songs kleine Videoloops eingespielt und als zu Vampiria vom noch älteren Album Wolfheart schwere Blutstropfen hinter einem rotbeleuchteten Fernando herunterliefen, war die 90er Jahre Gothic Metal Romantik perfekt. Zu witzigen Erkenntnissen führte wieder die Beobachtung des Publikums während dieser Nummer, denn die deutliche Abscheu auf den Gesichtern der anwesenden Black Metaller und die blanke Verwunderung bei den eher jungen und allzu oft geschminkten CoF-Fans standen im krassen Gegensatz zum ekstatischen Genuss, der dem älteren Anteil des Publikums anzusehen war, für die Moonspell noch zu den 'Großen' gehörte. Stärker denn je stellte man sich in diesem Moment die Frage, wie es dazu kommen konnte, dass Moonspell VOR Gorgoroth spielen mussten, aber dazu gleich mehr. Zunächst mal machten die Portugiesen mit Ruin & Misery, einem unglaublich starken Alma Mater und einem abschließenden Full Moon Madness klar, dass sie das Ende ihrer Tage noch lange nicht gesehen haben und so manchen Emporkömmling in Sachen Performance und Stimmung noch was beibringen können!

Jetzt aber ab ins kalte Skandinavien, genauer gesagt nach Norwegen und damit in die Heimat des 'wahren' Black Metals. Passenderweise werden erstmal zwei große Kreuze an den Seiten der Bühne aufgebaut und dann von nackten Menschen mit schwarzen Säcken über dem Kopf bestiegen, die dort das ganze Konzert über verweilen. Das jeweilige Geschlecht der armen Menschen kann man allerdings anhand der sekundären Geschlechtsmerkmale kaum ausmachen, insofern dürfte sich auch niemand diskriminiert fühlen. Ein erstaunliches Maß an 'political correctness' für eine Black Metal Band, das muss ich schon sagen.

Zur Band selber zu kommen wird schwer, denn die Probleme fangen schon mit den Namen Gorgoroth an. Einst gegründet von Infernus, an der Gitarre, wurde sie gemeinsam mit einem neuen Bassisten namens King ov Hell und einem Ausnahmefrontmann namens Gaahl über die letzten Alben hinweg zunehmend bekannter. Dummerweise hat sich nun vor kurzem King einfach mal die Namensrechte der Band unter den Nagel gerissen und Infernus rausgeworfen. Nun gibt es also zwei Bands namens Gorgoroth, welche davon den Namen allerdings behalten darf wird sich erst im Frühjahr zeigen, wenn die Gerichte über die Namensrechte entschieden haben (die ursprünglich ohnehin auf J.R.R.Tolkien zurückzuführen sind...). Damit der Medienrummel auch bloß nicht versiegen kann wurde dann anstelle neuen Materials ein neuer 'Skandal' aufgedeckt. Was bitte kann in der Black Metal Szene noch als skandalös bezeichnet werden, fragt man sich nun, nach Morden, Mißbrauch harter Drogen, Waffengeschäften, etc... Nun, zum Beispiel das Outing von Gaahl, verbunden mit dem noch schlimmeren Bericht, dass er an einer Kollektion von Damenmode beteiligt ist. Die Homosexualität kann man sich ja noch mit seinen ständigen Gefängnisaufenthalten erklären, aber bei Frauenkleidern könnten dann doch leichte Zweifel an der Glaubwürdigkeit als Black Metal Frontmann entstehen.
Jetzt bleibt nicht mehr viel Platz für einen Bericht über den Auftritt der bösen, harten Kerle, aber das ist auch nicht notwendig, denn nach nichtmal 20 Minuten verließen Gorgoroth bereits wieder die Bühne, nachdem Gaahl selbige bereits während des Auftritts ständig verließ, augenscheinlich absolut lustlos. Eventuell hatte ihn vorher jemand mit Wattebällchen beworfen, so verlauten zumindest einige Stimmen aus dem Milieu, die nicht namentlich genannt werden wollen. Der ernsthafte Versuch eines Roadies danach so zu tun, als hätte das Mikrofon einen Wackler, wirkte unglaublich lächerlich, da das Mikro während des Auftrittes keinen einzigen Ausfall hatte. An einige, die aus Gaahls Blutspucken ganz gemeine Halsschmerzen zu deuten vermochten, sei übrigens gerichtet dass a. Gaahl schon immer auf der Bühne rumgespuckt hat, es b. meist Kunstblut war, dass er auch auf dem Rest seines Körpers nicht zu knapp verteilt hat, und c. solche Schmerzen notwendig sind um den Hass aufzubauen, ohne den man kein Black Metal Sänger sein kann!
Um aber wieder ein wenig seriöser zu werden bleibt zu sagen, dass die von King und Gaahl zusammengestellte Kombo inclusive Bühnenshow in Form der gekreuzigten Nackedeis durchaus ein gewisses Format darstellen könnte, einen anderen Rahmen und ein etwas enthusiastischeres Auftreten vorrausgesetzt. Vielleicht sollte sich das Duo King und Gaahl einfach wieder mehr auf die Musik konzentrieren, als auf die Medien, dann könnte man sie auch wieder etwas ernster nehmen. Für die meisten Anwesenden war es in jedem Fall sehr erleichternd, dass die Show schnell vorbei war, und für die Vertreter der Infernus-Front zumindest eine Genugtuung.
Prima Sache, das Gorgoroth so schnell um waren, dachten auch viele Fans von Cradle of Filth, denn diese könnten ja dann ihr Set schön ausbauen und 20 Minuten länger spielen! Auf der anderen Seite hätten sie auch einfach ihr normales Set durchziehen und früher Schluß machen können, das wäre für die Mitglieder der arbeitenden Bevölkerung schön gewesen. Aber die Veranstalter entschieden sich für einen simpleren Weg, nämlich den, die Veränderung einfach zu ignorieren und die Umbaupause auf 40 Minuten auszudehnen. Okay, wie geplant betreten die Briten von Cradle of Filth also gegen 22:00 die Bühne und legen nach einem kurzen Intro kräftig los! Cradle haben keinen allzu guten Ruf als Liveband, was meist direkt an der Stimmung des Sängers Dani Filth liegt. Dieser schäumte aber in der Garage geradezu über vor Enthusiasmus und wenn er nicht gerade seinen Stimmbändern die unglaublichsten, hohen Kreischer entlockte hörte er nicht auf, auf der Bühne herumzuhopsen!

Der Erfolg der Band gründet sich nicht gerade auf der Qualität der Musik, sondern scheinbar vielmehr auf der rauhen Masse an provokativen Band-Shirts, die mit ihren blasphemischen Sprüchen in diversen Ländern der Welt verboten sind und dadurch natürlich umso reizvoller für die rebellische Jugend sind. Dass viele Nachwuchsmetaller Cradle wirklich eher als Shirtaufdruck, denn als Band kennen, zeigt sich schnell durch die schockierten Gesichter, die sich schnell im Publikum ausbreiten. Wer es allerdings besser wußte und trotzdem kam, der wurde auch ordentlich bedient! Dani war wirklich in Höchstform und die Briten spielten sich quer durch ihr Repertoire. Mit Dusk and her Embrace kam schnell einer der Hits schlechthin, auch The Principle of Evil Made Flesh als ältester Titel und Cthulu Dawn fehlten natürlich nicht! Zusätzlich wurde die Bühnenshow ergänzt durch ein finsteres Wesen mit seltsamen Hörner, dass sich ständig mit einer Flex den Bauch abzufeilen versuchte. Der Bauch blieb zwar, dafür gabs aber jede Menge Funkenflug, in dem sich dann auch Dani ab und an mal badete.

Das Filthfest war ein seltsames Konzert. Die erste Band war im Grunde genommen ein typischer Opener, irgendwie nichtssagend, aber dann kamen mit Septic Flesh und Moonspell zwei wirklich geniale Bands, die den Abend allein hätten füllen können. Viele Fans wollten sogar nur wegen diesen beiden Bands kommen und waren ob der Fehlinformation in Sachen Beginn der Veranstaltung schwer enttäuscht. Der Auftritt von Gorgoroth dann war kurz und schmerzlos, jegliche Form von Schockierung wich aber wegen des schnellen Abbruchs irgendwie eher einem albernen Eindruck. Den meisten tat die Kürze aber weniger weh, insofern also nicht so schlimm. Mit Cradle of Filth zu guter Letzt dann konnten viele Anwesende endlich ein weiteres, notwendiges Häkchen auf ihrer Liste der gesehenen Bands machen, und das mit einem ausnahmsweise wirklich akzeptablen Gig der Briten.



Autor: kAoSKoBoLd
Fotos: kAoSKoBoLd