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Der Goldene Nazivampir von Absam 2





Genre: Horror Komödie

Erschienen: 03.11.2007
Regie: Lasse Nolte
Screenplay: Lasse Nolte

Cast:
Daniel Krauss   [William 'B.J.' Blazkowicz]
Götz Burger   [Otto von Grimm]
Hendrik Martz   [Smokey Savallas]
Walter Stapper   [General Donovan]
Kim Bärmann   [Brick Bradford]
Oliver Kalkofe   [Adjudant von General Donovan]

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Das in Deutschland Meinungs- und Redefreiheit herrscht, ist bekanntlich nur ein Gerücht. Bestimmte Themen im Zusammenhang mit einem gewissen historischen Intervall von knapp 20 Jahren, in denen sich Deutschland weltweit einen Ruf erarbeitet hat, der bis heute wie stinkender Sekundenkleber an den Deutschen klebt, führen allzu schnell zu hitzigen, sowie in den meisten Fällen unsachlichen, Diskussionen, die nur für eine Seite erfolgreich enden können. Diese Lektion müssen auch noch im neuen Jahrtausend immer wieder Personen des öffentlichen Interesses, teilweise sehr schmerzhaft, lernen. Die Lektion, dass man sich an der Thematik des dritten Reiches nur die Finger verbrennen kann.

Dabei hat das Kino uns gelehrt, dass die Nazis einfach die perfekten Antagonisten darstellen. Das, in der Masse eher unbekannte, Interesse der Nationalsozialisten am Okkulten wurde ebenfalls bereits thematisiert, so zum Beispiel in den Indiana Jones Filmen oder in der Comicverfilmung Hellboy. Gegnern, mit denen man ohnehin kein Mitleid haben darf, beim Tod durch den Protagonisten zuzuschauen ist ein Balsam für die von Grausamkeiten abgestumpfte Seele der Cineasten. Inspiriert durch noch viel grausamere Filme, nämlich das Exploitationkino der 70er, dessen Auswüchse heutzutage hauptsächlich den Freunden des Trashfilms bekannt sind, hat Regisseur und Buchautor Lasse Nolte sich zum Dreh des Goldenen Nazivampirs von Absam 2 inspirieren lassen. Allerdings soll der Film nicht nur der Erheiterung der, hoffentlich zahlreichen, Zuschauerschaft dienen, sondern ist zugleich die Abschlußarbeit des Studenten an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Wie bereits angedeutet war aber bei dieser Thematik ein reibungsloser Verlauf von Vorbereitung, Produktion und Abnahme wohl kaum zu erwarten. Ganz im Gegenteil, nicht nur fielen große Teile von Noltes Ideen den Korrekturstiften der Hochschulvertreter zum Opfer und milderten den Film gewaltig ab, zu dem sorgte das Werk letztendlich trotz allen Korrekturen für einen Eklat vor dem Prüfungsausschuss.

Dabei könnte gerade dieses Werk der Grundstein für einen neuen Namen in der Filmszene stehen, der dem deutschen Kino endlich mal wieder eine neue Nuance neben den größtenteils schlechten Beziehungskomödien beisteuert. Das Drehbuch ist denkbar simpel und erinnert wie geplant stark an alte Trash-Horror Filme. Dabei steigern aber unzählige witzige Dialoge und Situationen den Unterhaltungswert des Films auf ein Niveau, dass ihn schon fast tauglich für die comedyverseuchte Masse macht. Und dabei wirken die Gags noch nichtmal aufgesetzt oder lassen den Film zur reinen Lachnummer verkommen, nein, der Protagonist William 'B.J.' Blazkowicz ist die Lachnummer! Und das nicht zuletzt wegen der hervorragenden Besetzung mit Daniel Krauss, mit dem Nolte einen wahren Glückstreffer gelandet hat. Dem ein oder anderen ist Krauss vielleicht aus der auf Pro7 ausgestrahlten Comedy-Sendung 'Geht's Noch' ein Begriff, die teilweise einen ähnlich makabren Humor aufzeigte wie der Nazivampir. Bekannter noch dürfte den meisten Zuschauern der Adjutant von B.J.s Vorgesetztem General Donovan vorkommen, denn er wird von Oliver Kalkofe persönlich gespielt, der zwar nur eine Nebenrolle besetzt, dafür aber mit seinem Namen dem Film erstaunlicherweise eine gewissermaßen 'ernstzunehmendere' Note verleiht. Weniger ernstzunehmend als viel mehr überraschend bis schockierend ist auch der Gastauftritt der deutschen Synchronstimme von Spongebob, über deren Auftritt hier nicht mehr verraten werden soll.

Die 'schlüssige' Story, um den unfähigen US-Okkultisten Blazkowicz, der in Österreich Jagd auf Nazivampire machen soll, und die sehr gelungene Besetzung der Charaktere werden durch eine Detailliebe abgerundet, die ihresgleichen sucht und von der Mehrzahl der Betrachter vermutlich nichteinmal erkannt werden wird. Die zahllosen Bezüge, wie zum Beispiel zum ersten Ego-Shooter Wolfenstein 3D, zu anderen Werken der Filmförderungsanstalt, die als Sponsoren tätig waren, sowie zu einem kompletten Filmgenre häufen sich zu einer Masse auf, die überhaupt nicht in 45 Minuten abgehandelt werden kann. Und so werden sie, wie bei einem Gemälde mit zig Schichten Farbe, die dem Betrachter überhaupt nicht mehr sichtbar sind, im Hintergrund eingebaut, so dass sie zwar kaum auffallen, ihre Wirkung letztendlich aber dennoch nicht verfehlen und dem Film eine sehr gelungene Atmosphäre verleihen. Die zahlreichen Featurettes, die auf der DVD enthalten sind, sind absolutes Pflichtprogramm, denn sonst wird überhaupt nicht klar, wie viel Arbeit alleine in Optik und Ton des Filmes stecken! Dem Ton haben übrigens auch Knorkator, die Leopold Kraus Wellenkapelle und die noch eher unbekannte Formation Killing Noise jeweils einen Titel beigesteuert.

An dieser Stelle muss auch das Filmplakat erwähnt werden, dass von Benjamin von Eckartsberg gemalt wurde und, von den Indiana Jones Postern inspiriert, die Neugierde der Besucher der Internationalen Filmfestspiele von Cannes 2007 anheizte und sie in den Screeningraum des Nazivampirs lockte. Ursprünglich wurde sogar der Originalkünstler der Indiana Jones Poster um seine Mithilfe angefragt, was er aber dankend ablehnte.

Warum der Titel des Filmes auf einen ersten Teil schließen lässt, erfährt man dann nach dem Kauf der DVD, denn nebst einigen wirklich sehr ausführlichen Produktionsfeaturettes wird auch auf den Vorgänger eingegangen. Und den Kauf kann ich nur empfehlen, allein schon um dem Jungregisseur Lasse Nolte zu verdientem Ruhm und Ehre zu verhelfen. Nun, oder zumindest um ihn zu ermuntern mehr solcher genialen Filme zu fabrizieren, wenn möglich mit doppelter Länge!
     [9 von 10] Autor: kAoSKoBoLd (08.01.2008)




User comments

Bodo (25.01.2008 um 21:45 Uhr)
Hihi. Kurzweilig, absolut. Und böse. Aber leider was kurz.
Bewertung: 8 (von 10 Punkten)