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The Book of Eli





Genre: Action, Drama, Adventure

Erschienen: 18.2.2010
Regie: Albert Hughes, Allen Hughes
Screenplay: Gary Whitta

Cast:
Denzel Washington   [Eli]
Gary Oldman   [Carnegie]
Mila Kunis   [Solara]
Ray Stevenson   [Redridge]
Tom Waits  [Mechaniker]
Malcolm McDowell    [Lombardi]

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Häufig kommt es nicht vor, dass der Zeit nach der Apokalypse der Weg in die Kinos gelingt. Den Untergang selbst beschreibt Hollywood, allen voran Roland Emmerich, gerne und häufiger, aber was passiert danach? Mit großer Überraschung taucht dann ein neues Werk der Hughes Brüder in den Kinos auf, die bereits mit From Hell ihr Gefühl für düstere Ästhetik unter Beweis gestellt hatten.

Dementsprechend ist die erste Viertelstunde von Book of Eli ein Fest für Fans finsterer Endzeitvisionen. Drehbuchautor Gary Whitta hat nicht nur zahllose, kleine Hinweise auf bekannte Werke des Genres eingestreut, sondern mit viel Witz und Überlegung auch das Leben nach der Katastrophe detailliert beschrieben. Protagonist Eli muss sich mit Hunger, akutem Wassermangel, einer blendenden, postapokalyptischen Sonne und marodierenden Straßenräubern rumschlagen, sich eine frische Ladung seines einzigen verbliebenen Akkus teuer ertauschen und das auch erst, nachdem er sich dem Mechaniker einwandfrei als Nicht-Kannibale identifizieren kann. Überleben funktioniert nur unter der Berücksichtung wichtiger Regeln und mit einem ordentlichen Maß an Improvisation.

Dabei hat Book of Eli gar nicht so viel Ähnlichkeit zum viel zitierten Endzeitfilm schlechthin MadMax, sondern erscheint eher wie eine Verfilmung der Welt der Computerspielreihe Fallout, insbesondere die Optik könnte direkt aus dem aktuellen, dritten Teil übernommen sein. Der immer wiederkehrende Vergleich zu MadMax folgt wohl hauptsächlich aus der mangelnden Genrekenntnis der meisten Kritiker, für die das Genre mehr Filme oder Werke anderer Machart gar nicht zu bieten hat. Insbesondere die Motivation und Geschichte des Protagonisten Eli könnte unterschiedlicher zum verrückten Max nicht sein.

Eli ist die Abkürzung von Elias, einem alttestamentarischen Propheten, und außerdem ehemaliger Angestellter bei Walmart, den es nach der Katastrophe wohl nicht mehr geben dürfte. Man erfährt nicht viel über die Vergangenheit des Protagonisten, den Denzel Washington in einer seiner wohl ungewöhnlichsten Rollen perfekt spielt. Seine einzige Motivation ist sein Buch, bei dem es sich, ohne zu viel über den Film verraten zu müssen, um die Bibel handelt. Nebst dem Kampf ums Überleben hält Eli seine geistige Gesundheit mit dem Glauben aufrecht und seiner Aufgabe, das Buch nach Westen zu bringen. Mit scharfem Schwert und auf Grund von Munitionsmangel sporadischem Einsatz von Schußwaffen bewegt er sich dank seiner sprichwörtlichen Spürnase für Gefahren mehr oder weniger sicher durch die endzeitliche Wüste und hält sich aus den Belangen der übrigen Überlebenden weitgehend heraus.

Beim Erwerb einer Portion sauberen Wassers begegnet er Carnegie, dargestellt durch Gary Oldman, der in der Rolle des ewigen, irren Bösewichtes gefangen zu sein scheint. Oldman erfüllt seine Aufgabe wie erwartet perfekt, wenn man sich auch allmählich wünschen würde, dass Oldman sich mal an einem anderen Charakter versucht. Gemeinsam mit Washington beweist er aber, was man mit Charisma aus einer eher schwachen Handlung machen kann.

Gänzlich scheitert die obligatorische, weibliche Hauptrolle und Newcomerin Mila Kunis, die als hübscher, junger Hollywoodnachwuchs angepriesen so gar nicht überzeugen kann. Als Solara, Adoptivtochter Carnegies, ist sie im Film nicht mehr als Nervensäge, Blickfang und Katalysatorin für alle auftretenden Probleme. Ihre Darstellung wirkt meist so plump, dass man sich fragen muss, ob sie neben Washington und Oldman einfach so schwach wirken muss, oder ob ihre Rolle genau so vorgesehen war. Zugegeben, würde man ihre Person aus dem Film entfernen, müsste man eine erhebliche Menge an Ideen investieren, um die Handlung voranzutreiben. Um die Ereignisse schnell und gezielt voran zu bleiben braucht es eben einen passenden Katalysator, sei es jetzt ein nerviger Tolpatsch oder schlicht der Zufall. Vielleicht waren Kreativität und Phantasie nach Requisite und "Bühnenbild" einfach aufgebraucht.

Für eines haben beide aber noch gereicht, für einen unerwarteten Plottwist à la M. Night Shyamalan. Nach Verfolgungsjagden, einigen an Munition sparsamen und einem absolut verschwenderischen Feuergefecht und diversen philosophisch / religiös angehauchten Momenten erreicht Eli den Westen und wartet mit einigen großen Überraschungen auf, die man sich im Spoiler verderben lassen kann. Wenn nicht, sollte man sich mit dem Review begnügen. So viel darf aber gesagt werden, Eli bringt sein Buch ans Ziel, zu einer Gruppe von Menschen, die sich dem Erhalt der menschlichen Kultur verschrieben haben. Und so landet die Bibel, für ihn Leitfaden und Lebensinhalt, frisch gedruckt in einem Regal der theologischen Werke, direkt zwischen Tora und Koran.

Zwar ist der mystische Anstrich von Book of Eli klar christlichen Ursprungs und Eli erscheint stellenweise doch ausgesprochen "geläutert", was in der heutigen Zeit bei der großen Zahl von Kirchengegnern eher unangenehm aufstoßen wird, doch die Darstellung der Bibel im Film geht auf alle Standpunkte zu. Für Eli, und nur für ihn persönlich, ist sie sein Leitfaden und bringt ihm so Gutes und hilft ihm beim Durchhalten, Carnegie dagegen will sie für böse Zwecke nutzen und es wird mehrfach angedeutet, dass sie auch der Auslöser der Apokalypse war, weswegen auch fast alle Exemplare vernichtet wurden. Doch am Ende bleibt sie für die Menschheit, was sie ist: ein Buch. Nicht mehr.

An Hand dieses Details sieht man übrigens recht schön, wie wenige Kritiker den Film tatsächlich vollständig gesehen oder erfasst haben. Die meisten Autoren stellen die Behauptung auf, Eli hielte in seinen Händen das Buch, mit dem er die Menschheit erlösen könne. Das ist schlichter Unsinn und weit vom Film entfernt, in dem das Buch sehr ambivalent dargestellt wird. Aber vermutlich ließ das erste Auftauchen eines Kreuzes für die Autoren keinen anderen Schluß zu und es wäre zu anstrengend gewesen, sich den Film bis zum Ende anzusehen.

Für Fans von Endzeitszenarien und dystopischen Visionen ist Book of Eli ein Muss. Jahrelang gab es in diesem Genre fast ausschließlich trashige B oder eher noch C movies, so dass man an einem Werk in Hollywood Qualität, mit ästethischen Schwertkämpfen, die fast an 300 erinnern, und Topschauspielern einfach nicht vorbei kommen kann. Auch bei Book of Eli fehlt dem Drehbuch aber einiges zum herausragenden Werk. Ein wenig mehr Kreativität in der Story und viel weniger Mila Kunis hätten den Film vielleicht auch über die Genregrenzen heraus interessant gemacht, so bleibt er aber schlicht eine sehenswerte Ergänzung für die Sammlung von Fans der Postapokalypse.
Der einsame, aber wehrhafte Streiter Eli weiß in der postapokalyptischen Welt des Jahres 2044 zu Überleben und hat kein anderes Ziel im Sinn, als sein Buch nach Westen zu bringen, bei dem es sich, wie sich schnell herausstellt, um eine Bibel handelt.

Auf der Suche nach Wasser, dass er sich gegen diverse Tauschgüter erhandeln will, fällt er in einer kleinen Stadt auf, als er sich gegen den Angriff einiger Rowdies tatkräftig zur Wehr setzt. Carnegie, der kluge, aber größenwahnsinnige Anführer der Stadt will ihn für seine Zwecke einsetzen, da er gute Kämpfer brauchen kann und versucht ihn mit Nahrung und Solara, der Tochter seiner Frau, zum Bleiben zu bewegen. Eli lehnt die Verführungsversuche Solaras ab und betet stattdessen mit ihr, was sie prompt bei ihrer Mutter wiederholt und Carnegie damit darauf aufmerksam macht, dass Elis Buch die Bibel und damit für ihn sehr interessant ist, denn seine Banden sind seit längerer Zeit nur mit dem Ziel unterwegs, dieses Buch für ihn zu finden. Mittels der Bibel hofft Carnegie nämlich, die Menschen noch besser unter seine Kontrolle zu bringen.

Eli flieht aus der Stadt und wird, nachdem er seine anfängliche Ablehnung überwunden hat, von Solara begleitet, verfolgt von Carnegie mit einer bewaffneten Fahrzeugkolonne. Er holt die Beiden ein, als sie sich bei einem alten, schwer bewaffneten Kannibalenehepaar in einem einsamen Haus verschanzt haben. Nach einem verschwenderischen Feuergefecht nimmt Carnegie Solara als Geißel und erpresst Eli so zur Herausgabe des Buches. Nach der Übergabe schießt er auf Eli und lässt ihn verwundet zurück.

Auf dem Rückweg zur Stadt kann sich Solara befreien und kehrt mit einem Fahrzeug zu Eli zurück. Carnegie dagegen entscheidet sich ohne sie, aber mit der geraubten Bibel in die Stadt zurückzukehren, da das Benzin nicht für eine Verfolgung reichen würde. Solara nimmt Eli im Auto auf und fährt mit ihm nach Westen, wo die Beiden auf Alcatraz eine Gruppe von Überlebenden finden, die es sich zum Ziel gemacht haben, die Kulturgüter der Menschheit zu Erhalten.

Gleichzeitig lässt Carnegie in seiner Stadt die Bibel durch einen Mechaniker öffnen und stellt fest, dass es sich um eine Bibel in Braille, der Blindenschrift, handelt, die er nicht lesen kann. Seine Frau wäre dazu im Stande, verweigert ihm aber die Hilfe, da er sie in der Vergangenheit zu schlecht behandelt hat. Seine Macht beginnt zu Bröckeln und seine Stadt versinkt im Chaos.

Eli dagegen hat sich die Blindenschrift zu eigen gemacht und hat die Bibel über die Jahre auswendig gelernt und kann sie nun diktieren, so dass sie mit der neuen Druckerpressen frisch gedruckt werden kann. Zwar wird nicht endgültig klar, ob Eli tatsächlich selbst blind ist, viele Details weisen aber darauf hin. Kurze Zeit nach dem Druck der Bibel erliegt Eli der Schußwunde und wird auf Alcatraz begraben. Solara dagegen übernimmt Elis Ausrüstung und will zurück zu ihrer Mutter kehren.

     [7 von 10] Autor: kAoSKoBoLd (15.03.2010)




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