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Avatar





Genre: Action, Fantasy, Sci-Fi

Erschienen: 17.12.2009
Regie: James Cameron
Screenplay: James Cameron

Cast:
Sam Worthington   [Jake Sully]
Zoe Saldana       [Neytiri]
Sigourney Weaver  [Dr. Grace Augustine]
Stephen Lang      [Colonel Quaritch]
Giovanni Ribisi   [Parker Selfridge]

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Trailer
IMDB

James Cameron. Zumindest bei mir weckt dieser Name gute Erinnerungen. An das allerste Mal "Aliens" gucken in einem Alter in dem man solche Filme garnicht sehen darf. An das erste Mal "Terminator" schauen. An "Titanic" in einem bis auf den letzten Platz ausverkaufen Kino in der 5. Woche in der dieser Film lief. Worauf will ich hinaus? Wenn "James Cameron" draufsteht, dann ist auch immer was Großes drin. Mittelmäßig gibt es im Zusammenhang mit diesem Namen nicht. Das hat sich auch mit Avatar nicht geändert.

Bereits vor 12 Jahren war die Geschichte um "Avatar" fertig. Nur die Technik fehlte. Also wartete Cameron bis die Technik ihn eingeholt hat. Und was soll man sagen, es ist gut das er gewartet hat.

Die Geschichte dreht sich um Jake Sully, einen Ex-Marine der nun im Rollstuhl sitzt. Ihm wird angeboten auf dem Mond Pandora in das Avatarprogramm einzusteigen. Sein Zwilling ,der bei diesem Programm gearbeitet hat, ist gestorben und da beide die gleiche DNS haben könnte er den Avatar seines Bruder übernehmen. Auf Pandora soll er dann die dort beheimateten Na'vi kennenlernen und sie davon überzeugen aus ihrer Heimat auszuziehen damit die Menschen das dort befindliche Erz abbauen können. Aber Jake ist sich nach einer Weile nichtmehr sicher ob er auf der richtigen Seite kämpft.

James Cameron hält die Geschichte einfach. Viele werden sich beim ansehen an "Der mit dem Wolf tanzt", "Pocahontas" oder auch "The Last Samurai" erinnert fühlen. Oder anders gesagt, die Geschichte ist eine bekannte. Und trotzdem funktioniert der Film. Denn auch eine Geschichte die schon oft erzählt wurde kann spannend und mitreißend sein wenn sie gut erzählt ist. Und das trifft hier voll zu. James Cameron weiß wie man Geschichten schreibt. Und nicht zuletzt ist Avatar eine Geschichte die fast jeden ansprechen wird. Es ist eine wunderbar erzählte Liebesgeschichte, und es geht darum um etwas wertvolles zu kämpfen. Sozusagen für "die gute Sache". Das sind für gewöhnlich die Geschichten die mitreissen, die den Zuschauer in ihren Bann ziehen. Das funktioniert auch hier. Gleichzeitig bleibt der Film auch bei seiner langen Laufzeit spannend. Es gibt keine unnötigen Szenen, es wird keine Zeit mit zu langen Dialogen oder zu langen Kamerafahrten verschwendet. Die Geschichte entwickelt sich flüssig und immer nach vorne, es gibt keine Schritte zurück. Jede Szene fühlt sich genau richtig an.

Schauspieler in diesem Film ist ein schwieriges Thema. Die Avatare und die Na'vi sind komplett am Computer entstanden. Dennoch schaffen es Sam Worthington (Terminator- Die Erlösung) und vor allem Zoe Saldana (Star Trek) den Figuren Leben einzuhauen. Sigourney Weaver in einem Film von James Cameron zu sehen bereitet Freude, sie spielt souverän wie immer. Stephen Lang brilliert als der Böse in dieser Geschichte, es fällt nicht schwer ihn einfach nicht zu mögen. Hier wurde nichts falsch gemacht.

Kommen wir zu dem Grund der uns 12 Jahre lang auf diesen Film hat warten lassen: CGI. Die Optik von Avatar lässt sich leicht in einem Wort beschreiben: Unglaublich. Pandora wirkt lebendig mit all den Pflanzen und Tieren. Lässt man sich darauf ein können Zweifel aufkommen ob dieser Planet nicht vielleicht doch irgendwo existiert. Vor allem in 3D entfaltet sich eine unheimlich lebendige Welt. Lässt man sich darauf ein, dann kommt man sich ganz schnell vor wie ein kleines Kind das in der Süßwarenabteilung soviel einkaufen darf wie es will. Man weiß garnicht wo man zuerst hinschauen soll. Und dann die Na'vi. Riesige, blau-leuchtende, katzenartige Wesen. Aliens, ganz eindeutig. Trotzdem kann man sich sehr schnell mit ihnen arrangieren. Was hier mit Motion Capturing erreicht wurde ist teilweise wirklich unglaublich. Pupillenreflexe wirken täuschend echt, die Animationen an sich sind stimmig. Von hölzernen Bewegungen wie noch bei "Final Fantasy" ist hier keine Spur mehr zu finden. Es wirkt als ob die Na'vi einfach von ihrem Planeten gekommen sind um in diesem Film mitzuspielen. oder eher, als ob sich das Filmteam zu deren Planeten aufgemacht hat und dort den Film zu drehen. Pandora wurde mit so vielen Details versehen, man merkt das James Cameron viel Zeit investiert hat. Selbst an der Sprache der Na'vi hat ein Linguist drei Jahre lang gearbeitet, die Arbeit geht immernoch weiter. Das Team von WETA, die ja schon bei Herr der Ringe für die grandiosen Effekte sorgten, hat hier volle Arbeit geleistet. In Verbindung mit den herausragenden Effekten sind einige Szenen wirklich atemberaubend geraten. Als Beispiel seien hier Jakes erster Flug mit seinem Ikran genannt, selten hat eine Szene in einem Film mich so begeistert allein durch die pure Freude die dort ausgestrahlt wird. Dem gegenüber stehen Szenen wie die Zerstörung des Heimatbaumes, die wirklich unter die Haut geht.

Ebenfalls auffällig ist der kristallklare Sound. Hier steckt "Skywalker Sound" dahinter, und das hört man. Es gibt ordentlich was auf die Ohren. Der Soundtrack von James Horner erinnert stellenweise an vorangegangene Werke, jedoch fällt das bei Horner deutlich weniger auf als zum Beispiel bei Hans Zimmer. Es finden sich viele afrikanische Muster in der Musik wieder. Da ist es Schade das man sich nicht getraut hat etwas eigenständigeres zu komponieren und in solchen Fällen immer in der Ethno-Kiste gewühlt wird. Insgesamt ist der Soundtrack jedoch stimmig geraten.

Insgesamt ist James Cameron und seinem Team hier ein echtes Meisterwerk gelungen. Mit Sicherheit sind die Dialoge manchmal ein wenig kitschig, und das Grundkonzept des Films ist keinesfalls neu. Dennoch kann ich persönlich mich nicht daran erinnern wann ich das letzte Mal so begeistert von einem Film war. Es gibt so viel zu bestaunen, Momente in denen man lachen kann, in denen man weinen kann. Momente in denen man absolute Schönheit zu sehen bekommt, Momente in denen man soviel Leid und Schmerz spüren kann das es wehtut. Ich habe im Voraus viel von diesem Film erwartet und ich kann glücklich behaupten das all meine Erwartungen übertroffen wurden. Jetzt heißt es: warten auf die Fortsetzung. Volle Punktzahl für dieses Meisterwerk.
     [10 von 10] Autor: Aure (14.01.2010)




User comments

kAoSKoBoLd (05.02.2010 um 21:38 Uhr)
Inzwischen hat sich "Avatar" zum erfolgreichsten Film aller Zeiten gemausert und Titanic, ebenfalls von Cameron, überholt. Ich glaube, dass gerade die Tatsache, dass Avatar keine allzu komplexe Handlung aufweist, dafür mitverantwortlich ist. Sowas kommt bei der Masse einfach nicht an.

Im Grunde genommen ist die Story okay. Nichts neues, aber solide und schlüssig. Allerdings zählt da nicht nur die Story, sondern auch die Dialoge, und das ist IMHO echt eine Schwäche von Cameron. Die übliche Redenschwingerei mit dickem Pathos muss manchmal echt nicht sein, hebt aber in Avatar den positiven Gesamteindruck nicht auf. Die Charaktere sind ebenfalls schön ausgeprägt, zwar sehr clichéehaft, aber das erleichtert die Beziehungen natürlich erheblich. Für Story und Darsteller geb ich mal 6 Punkte, denn mehr als guter Durchschnitt ist das nicht.

Der reine Wahnsinn dann aber ist die Optik, klare 10 Punkte! Keine Frage, diesbezüglich ist Avatar ein Meilenstein der Filmgeschichte, und das nicht nur in der 3D Version! Die Animationen aus der Retorte wirken absolut real, wenn man nicht wüßte, dass es diese Flora und Fauna nicht auf der Erde gibt, man würde sie gleich im nächsten Zoo besichtigen wollen. Und dazu wirken sie nicht nur echt, sondern auch richtig schön. Man möchte gleich einen Urlaub auf Pandora buchen.

Wenn da nicht die dicke Moralkeule wäre, die versaut einem den Urlaub. Die Botschaft von Avatar ist deutlich! Schont und schützt eure Umwelt, anstatt sie zu vernichten. Leider ist die Schnittmenge zwischen Zielgruppe und Verantwortlichen für die meiste Umweltverschmutzung wohl nicht allzu groß.

In der Wertung gibt das 8 Punkte, aber dank einer formidablen Sigourney Weaver in einem Cameron Film (RIPLEEEEY) gibt es gleich noch einen Bonuspunkt, also 9 von 10 Schlümpfen für Avatar von mir!

ps: Der Film hat mir für immer den bisher großen Spaß an Starship Troopers genommen. Warum? Menschen fliegen auf einen anderen Planeten und greifen die Einwohner dort an... das ist nicht nett, wie wir jetzt wissen. Und nur weil auf dem einen Planeten Wüste ist und auf dem anderen Dschungel darf man da keine so großen Unterschiede machen...
Bewertung: 9 (von 10 Punkten)


Feldor (05.02.2010 um 23:02 Uhr)
bei star ship troopers wurden sie aber 'angegriffen' Winken
Keine Bewertung


Alexter (03.01.2011 um 19:40 Uhr)
Und wieder mal muss ich sagen: aus weia! Ich kann es nicht fassen dass dieser Film sich zum (bis dato) erfolgreichsten Machwerk der Filmgeschichte gemausert hat. Bei Titanic war das ja noch nachzuvollziehen, hier aber nicht.

Zunächst ist die Story nicht nur bekannt (Pocachontas und ähnliche) sondern auch noch alt. Vermischt mit einem deutlich erhobenem Moral-Zeigefinger vermiest sie einem regelrecht die Stimmung. Nur die wirklich atemberaubende Optik und das phantastische Setting in Kombination mit der neuen 3D-Technik retten den Film und machen ihn erträglich. Nur hätte er deutlich kürzer ausfallen können.

Leider ist die ganze 3D-Geschichte mit diesem Film jetzt fest verknüpft. Meiner Meinung nach hätte Tim Burtons Alice im Wunderland Verfilmung diese Ehre besser gestanden, aber der kam erst später in die Kinos.



p.s. @Kobold: Nur weil die Viecher auf diesem Planeten auf zwei Beinen laufen und mit ihren grossen Köpfen und Augen unserem Baby-Schema entsprechen sind sie doch nicht anders zu behandeln als Käfer! Da sollte man wirklich keine Unterschiede machen...
Bewertung: 5 (von 10 Punkten)