Grant, Michael:
Die Mythen der Griechen und Römer
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Erschienen 1962 bei Parkland Verlag
ISBN: 3-89340-059-1
Originaltitel: "Myths Of The Greeks And Romans"
Übersetzer/in: von Canon, Claudia
Genre: Sachbuch
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Michael Grant war einer der bedeutendsten englischen Historiker. Sein Buch Mythen der Griechen und Römer behandelt ausgewählte Sagen. Dabei werden diese nicht plump naherzählt, sondern nur in einer kurzen Zusammenfassung wiedergegeben. Der Autor geht davon aus, daß der Leser die hier behandelten Mythen kennt und allenfalls eine kleine Gedankenstütze braucht. Für Leser, denen die griechische Mythologie unbekannt ist, ist das Buch also eher wenig geeignet.
Den Hauptteil des Werks machen die Erläuterungen zu den Mythen aus. Es wird dabei nicht nur die Verwandtschaftsverhältnisse der Götter untereinander genannt, sondern auch der Wahrheitsgehalt der Geschichten vor ihrem historischen Hintergrund. Es wird ferner erforscht, wie alt der jeweilige Mythos ist, welche Vorläufer und Nachfolger er hat oder ob und welche Entsprechungen es in anderen, teilweise geographisch weit entfernten, Kulturkreisen gibt. Dabei geht der Autor auch auf die psychologischen Ursprünge der Mythen ein, wobei er sich auffallend oft auf Freud bezieht.
Auch werden viele Beispiele aus der „modernen“ (sprich ab etwa 1000 n. Chr.) Literatur genannt, entsprechend der Herkunft des Autors natürlich vornehmlich aus dem englischen Sprachraum.
Etwas unglücklich gewählt wirkt der Titel des Buches Mythen der Griechen und Römer. Denn der größte Teil behandelt die Mythen der Griechen, erst ganz zum Schluß tauchen dann auch die Römer auf. Doch da Mythologie der Römer bekanntermaßen nahe verwandt mit der der Griechen ist, ändert sich eigentlich nichts besonderes am Inhalt. Nur heißt auf einmal Zeus Jupiter, Ares ist Mars, Artemis Diana, Athene Minerva usw.. Dieser Wechsel der Namen erfolgt ziemlich abrupt und ohne weitere Erläuterungen, auch hier wird wieder das Wissen des Lesers vorausgesetzt. Dennoch wäre eine Unterteilung sehr hilfreich gewesen.
Insgesamt jedoch ist das Buch sehr interessant und kurzweilig zu lesen und hat trotz daß es Anfang der 60er Jahre geschrieben wurde und damit schon fast 50 Jahre alt ist, nur wenig an Aktualität verloren. Wer sich für griechische Mythen sowie fundierte Hintergrundinformationen interessiert, dabei aber die Sagen zumindest flüchtig kennt, für den ist dieses Buch genau das richtige. Wer jedoch einfach nur eine Nacherzählung der alten mythischen Geschichten sucht, der sollte von diesem Buch lieber die Finger lassen.
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[8 von 10]
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Autor: Tyr (02.12.2009)
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