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KaosKrew::book Reviews














Hempleman-Adams, David:

Mit dem Wind zum Nordpol




Erschienen 2004 bei Frederking & Thaler

ISBN: 3-89405-228-7

Originaltitel:
"At the Mercy of the Winds"

Übersetzer/in: Hans-Joachim Maass

Genre: Reisebericht


David Hempleman-Adams ist in erster Linie Abenteurer. Und als solcher immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Nachdem er als erster Mensch der Welt den „Grand Slam“ der Abenteurer geschafft hat, das heißt, den magnetischen und geographischen Nord- und Südpol erreicht sowie die jeweils höchsten Gipfel der sieben Kontinente bestiegen hat, überlegt er, was er als nächstes anstellen könnte.

Er erinnert sich an die Geschichte von August Salomon Andrée, der 1897 versuchte, in einem Wasserstoffballon den Nordpol zu erreichen. Seither hat dies niemand mehr versucht. Wie wäre es denn, diesen Versuch zu wagen?

Im Gegensatz zu Andrée ist er erfolgreich, ihm stehen jedoch auch kaum miteinander zu vergleichende technische Möglichkeiten zur Verfügung, ohne die die Expedition überhaupt nicht möglich wäre.

Mit Hilfe eines Meteorologen kann er immer jeweils die Luftschichten ausmachen, in denen der Wind möglichst direkt nach Norden weht. So nähert er sich dem Nordpol bis auf 19 m und schafft es sogar – wieder mit Hilfe des Meteorologen und diverser Luftschichten - nach Spitzbergen zurückzukehren. Dafür sichert er sich den Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde als erster Mensch, der in einem Ballon den Nordpol erreichte.

Doch bei seiner Fahrt denkt er immer wieder an seinen berühmten Vorgänger Andrée und dessen Begleiter. Beim Lesen spürt man die Bewunderung des Autors für diese Männer, mit viel Liebe zum Detail hat er ihnen viele Seiten gewidmet, eingebettet in die eigene Geschichte. In diesem Buch erfährt man im Grunde mehr über die historischen Ballonfahrer als im ebenfalls hier vorgestellten Buch Mit dem Ballon dem Pol entgegen .

Das Buch ist sehr persönlich, man erhält intime Einblicke in das Leben des Autors und seiner Vorbilder (wobei hier gesagt werden muß, daß die Briefe Nils Strindbergs an seine Verlobte Anna beim Erscheinen der schwedischen Ausgabe von Mit dem Ballon dem Pol entgegen aus Pietätsgründen nicht veröffentlicht wurden, da Anna zu diesem Zeitpunkt noch lebte). Daneben zeigen Farb- und Schwarzweißfotos die Qualen und Mühen Hempleman-Adams und seiner historischen Vorbilder.

Sehr spannend zu lesen, dabei interessant. lehrreich und humorvoll. Ein Buch über Freundschaft, Treue, Niederlage, Triumph, Tod und Leben.


     [9 von 10] Autor: Tyr (05.10.2008)




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