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KaosKrew::Bericht: Spiel 06 in Essen - MESSE, MESSE, MESSE, MESSE, MESSE, MESSE!!!













Spiel 2006 - Messe in Essen

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Spiel 2006 - Halle 6, das Mekka für Rollenspieler, LARPer, Kriegsherren und Co.







Dass man eine andere Welt betritt, merkt man allein schon an den Unmengen verkleideter Besucher. Halt, Moment, Besuchern in Gewandung! Man stößt auf Zwerge, Elben, Chaosritter und, ähm, Sturmtruppen. Fantasy und Science-Fiction durchkreuzen sich wild und inzwischen gesellen sich dank der Comic-Action auch noch einige Cosplayer dazu. Cosplay entstammt der japanischen Manga-Szene und beschreibt schlichtweg die Verkleidungen, die die liebsten Comichelden nachahmen sollen. Das kann teilweise recht gut aussehen, wenn ein Fan tatsächlich eine ähnliche Figur hat, wie der favorisierte Held. Das ist allerdings in den meisten Fällen leider nicht gegeben, kann aber wiederum auch sehr witzig aussehen.

Die größte Überraschung hat wirklich dieser Drachenreiter bereitet, der hin und wieder durch die Reihen der Stände flaniert ist. Glücklicherweise war wenigstens kein Flammenwerfer installiert, das hätte bei der großen Zahl von Langhaarigen ziemlich verheerend enden können.

Bei allen Ständen und Besuchern ist aufgefallen, dass der Anteil an LARP-Bedarf nachwievor steigt und vor allem deutlich an Qualität gewinnt! LARP steht übrigens für Live-Action-Rule-Playing, also eingedeutscht: Liverollenspiel. Und das heißt im Klartext, Menschen aller Hautfarben, Altersklassen und Herkunft bemalen sich mit anderen Hautfarben, maskieren sich, kleiden sich in Rüstungen und verprügeln sich gegenseitig mit Schaumstoffwaffen. Die Möglichkeiten an Events teilen sich auf in Schlachtencons, die man sich ungefähr vorstellen kann wie die bekannte Situation, wenn das gallische Dorf um Asterix in ein Römerlager einfällt, Plotcons, in denen die Spieler tatsächlich wie in einem Pen&Paper eine Story erleben und Ambientecons, wo es schlichtweg um das Erleben des Fantasy/Mittelalter-Gefühls geht. Auf Fernseher kann man auf der Spielemesse zumindest einen kleinen Eindruck von den großen Cons bekommen. Besonder beeindruckend zeigt sich hier Jahr für Jahr das Drachenfest, an dem letztes Mal sage und schreibe 5000 Menschen teilgenommen haben!

Die Rüstungen und Waffen, die man auf der Messe kaufen kann, werden jedes Jahr besser... und vor allem günstiger! Kettenhemden gibt es bereits ab 70 Euro und auch Helme, Plattenstücke und weiteres Zubehör gibt es, dank den tschechischen und polnischen Schmieden, immer billiger, ohne in der Qualität nachzulassen! Und auch die Latexwaffen sehen immer besser aus. Feinste Verzierungen und die verrücktesten Ideen geben immer mehr Raum für Individualismus auf dem Schlachtfeld.

Vor einigen Jahren hat diese Entwicklung eingesetzt mit schlichter Massenproduktion, so dass man sich an einigen Ständen gefühlt hat, als würde man sich in einem Arsenal befinden. Glücklicherweise versuchen zumindest ein paar Händler dieser Entwicklung entgegenzuwirken und setzen mehr auf angenehme Präsentation und gute Ware. Die großen Basar-ähnlichen Stände gibt es aber dennoch zu Hauf.

Nicht zu vergessen bei den LARP-Ständen übrigens: der Met! So ziemlich jedes Geschäft braut seinen eigenen Honigwein, der selbstverständlich vor dem Kauf probiert werden muss. Und so ziert nicht wenige Besucher der Halle 6 ein honigsüßes, breites Grinsen.

Weg vom Liverollenspiel zu den Weiten des Internets. Die MMORPG's haben auch die Spielemesse erobert. Neben dem WoW-TCG (TradingCardGame = Sammelkartenspiel), was an anderer Stelle noch erwähnt werden wird, haben auch die Produzenten von Eve-Online sich zum Schritt in Richtung Sammelwut getraut. Ob diese neuen TCG's es schaffen sich parallel zu den alteingesessenen durchzusetzen, wird sich zeigen. Aber zumindest können sämtliche Internetjunkies und süchtige Zocker so auch die Zeiten ohne PC mit ihrem Spiel verbringen.

Der Anteil an Material für den PC ist traditionell auf der Messe eher gering, auch wenn es immer einige Stände gibt, an denen man sehr günstig PC-Spiele erwerben kann. In der Halle 6 gibt es zudem seit vielen Jahren eine Firma, die ihre Programme präsentiert, mit denen Rollenspieler Karten für Dungeons, Städte, Länder und so weiter herstellen können. Eine wirklich praktische Idee, aber die Funktionalität gilt eher als zweifelhaft, wenn selbst bei einer kurzen Vorführung die Hälfte der Zeit mit Entschuldigungen für Bugs verbracht wird.

Ach ja, was ist für LARPer unerlässlich und für alle anderen ein großer Spaß? Masken aller Art! So gibt es nebst den ernsthaften Gewandungen auch jede Menge verrückter Accessoires, wie den üblichen Elbenohren, aber auch Narben, Perücken, Make-Ups und noch vielem mehr.

Und damit kommen wir zu den übergebliebenen Subgruppierungen, die in der Halle 6 ihr Lager aufgeschlagen haben: Pen&Paper und Tabletop-Spieler. Beide Gruppen leiden dank Konsumware à la Games Workshop und insbesondere der Schwemme an MMORPGs (*räusper* WoW *räusper) sowie den Einzelspieler-Pendants auf dem HeimPC an massivem Schwund. Sehr schade eigentlich, aber der schnelle Kauf, der weniger Hirnschmalz erfordert macht offensichtlich für den Nachwuchs heutzutage viel mehr Sinn. Dabei stoßen wir jedes Jahr erneut auf geniale neue Ideen und Spielkonzepte, wie dieses Jahr Degensis, einem ziemlich ungewöhnlichen Rollenspiel auf einer postapokalyptischen Erde.

Einige Firmen versuchen es jedoch immer wieder oder überleben in ihrer kleinen Nische, kommen gegen die großen Firmen an. So auch unsere Bekannten von Excalibur-Miniaturen aus Dinslaken. Sie bieten mit ihrem Tabletop-System Fearless eine Alternative zu den großen Konkurrenten, wo man mit einem Bruchteil an finanziellen Investitionen voll dabei sein kann! Voll mitspielen kann man bereits ab 20 Euro, investiert man 100, hat man bereits genug Auswahl, um lange beschäftigt zu sein. Sei es mit feiner Bemalung oder dem Austesten der verschiedenen, möglichen Kombinationen.

Zu Games Workshop muss man immer wieder ein paar Worte verlieren. Jedes Jahr erscheint ein großes, neues Produkt. Klugerweise im jährlichen Wechsel ein neues System und eine Neuauflage oder große Erweiterung eines der beiden großen bestehenden Systeme Warhammer Fantasy und Warhammer 40.000. Nach 12 Jahren Messebesuch wird dieses Prinzip jedes Jahr von neuem bestätigt. So sind zwischendurch kleine Systeme wie Necromunda, Raumflotte Gothic, Warhammer Epic und zuletzt Herr der Ringe erschienen... und meist genauso schnell wieder verschwunden.
Der neueste Clou ist uns dieses Jahr erst bewußt geworden, die beiden neuesten Völker von Warhammer 40.000! Die Necrons , quasi untote Roboter aus der alten Vorzeit, die den kleinen Gothics nicht besser passen könnten. Und noch aktueller die Tau, deren große Kampfroboter 1 zu 1 aus einem Manga übernommen sein könnten. Dementsprechend ist der kollektive Hass, der dem GW-Stand in Halle 6 entgegen schlägt, jedes Jahr deutlich spürbar. Und spricht man die Händler direkt darauf an, dann geht es erst richtig los.

Jetzt bleibt nur noch eins abzuwarten: Wann bekommt Games Workshop die Rechte an World of Warcraft? Dann gerät die Geldmaschine erst richtig ins Rollen!





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Bericht: kAoSKoBoLd
Photos: Abbadon, Alexter, Hallows Eve, kAoSKoBoLd